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Reisetagebuch: Kolumbien 2011

Gelebte Partnerschaft: sechs junge Erwachsene aus vier katholischen Jugendverbänden erzählen begeistert vom Besuch in Kolumbien.

Bildergalerie

1. Tag: Flug und Ankunft

von Julian Gärtner

Sonntag morgens ging es mit dem Zug los in Richtung Frankfurt Flughafen. Dort angekommen mussten wir uns zunächst einmal im drittgrößten Flughafen Europas zurechtfinden. Beim Check-In sagte die Angestellte der Lufthansa dann auch direkt, der Weg bis zu unserem Gate wäre von der Länge her der Jakobsweg des Flughafens.

Trotz Thrombose-Gefahr und kosmischer Strahlung bestiegen wir das Flugzeug, in dem die 12 Stunden Flugzeit dank in den Sitz integrierter CD- und DVD-Sammlung wie im Fluge verging (Hahaha).

Gesund und munter erreichten wir ohne Zwischenfälle den Flughafen von Bogota, von wo aus wir mit 3 Taxis zum Hotel gebracht wurden. Den Taxifahrern mangelte es dabei nicht an Heldenmut, um uns Touristen zu beweisen, dass Juan Pablo Montoya nicht der einzige kolumbianische Rennfahrer ist. Auf der vielspurigen Straße entstand oft genug der Eindruck, die Fahrbahnmarkierung sei die Ideallinie und besonders waghalsige Straßenverkehrsteilnehmer legten Wert darauf, dass mindestens eine Linie mittig unter ihrem Auto verläuft.

Wohl behalten und gut durchgeschüttelt sind wir dann im Hotel angekommen, wo jeder sein Einzelzimmer bekam und direkt erschöpft ins Bett fiel.

2. Tag: Movimiento por la vida und Bogotá

Direkt nach dem desajuno americano wurden wir von den Leitern des Movimiento por la Vida abgeholt. Das Movimiento ist den deutschen Jugendverbänden sehr ähnlich und arbeitet mit den Jugendlichen aus vier weniger reichen Stadtvierteln zu Themen wie zum Beispiel Umwelt und politische Partizipation. Ihr Ziel ist es, die Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, welche Rechte sie haben und wie sie dafür kämpfen können. Dementsprechend war die als harmloses Kinderfest angekündigte Veranstaltung eine von der Stadt Bogota organisierte Versammlung aller engagierten Jugendlichen. Mich hat das sehr an Schulprojekte in Deutschland erinnert, wo viel geredet wird und eigentlich alle froh sind, nicht im Klassenraum sitzen zu müssen. Dementsprechend haben wir eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Marxismus gehört, bei der der Redner konstant seine Lautstärke der größer werdenden Unruhe unter den Zuhörern anpasste. Auch wenn sogar für uns die Rede schwere Kost war, ist es doch spannend, wie sehr sich die Jugendlichen beim anschließenden Theaterstück mit dem Thema Kinder- bzw Menschenrechte identifizierten. Im Anschluss daran sind wir zusammen mit den Leitern des Movimiento zu ihrem Büro in der Innenstadt von Bogotá gefahren, wo wir viel über ihre Arbeit erfahren haben.

Besonders beeindruckend fanden wir, dass Jugendgruppen in Bogotá regelmäßig von Paramilitärs bedroht und beleidigt werden und sie trotzdem weiterhin versuchen auf die Situation der Jugendlichen aufmerksam zu machen. Im Gespräch haben wir erfahren, dass das beste Mittel gegen solche Einschüchterungsversuche das Einbeziehen der Öffentlichkeit und Auf-Sich-Aufmerksammachen ist. Dies ist auch mit ein Grund warum wir hier sind und davon berichten.

In Anschluss daran haben wir uns die Innenstadt von Bogota angeguckt. Bogota ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Lateinamerikas. Im Stadtkern findet man noch die kleinen Gassen und alten Kolonialhäuser, während sich drum herum die Stadt rasend schnell auf die grünen Abhänge der sie umgebenden Berge ausbreitet. In der Candelaria, der Altstadt Bogotas, haben wir wundervolle Cafés und Gässchen entdeckt in denen man merkt, wie viele Studenten in Bogotá leben und wie wenig das ganze bisher durch Tourismus kommerzialisiert wurde.

3. Tag: Umweltprojekt und Goldmuseum

Heute haben wir eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Jugendwoche in Bogota besucht. Hier versuchte das Movimento por la Vida auf die Verschmutzung des Rio Bogota aufmerksam zu machen.

Von der Quelle bis zur Mündug wird der Fluss mit verschiedensten Problemen konfrontiert: riesige Mienen, die teilweise sogar im Stadtgebiet von Bogota liegen verschmutzen das Wasser, internationale Firmen leiten ihr Abwasser ungeklärt in den Fluss und sogar kleine Bauern machen sich keine Gedanken darüber, was für den Fluss schädlich ist und was nicht. Uns wird berichtet, dass besonders in Bogota viele Jugendliche glauben, dass der Fluss bereits an der Quelle so verschmutzt sei und es deshalb nicht mehr so darauf ankomme, was in ihn geschüttet wird. Zwischendurch standen sogar Polizisten interessiert vor der Fotoausstellung, die die schönen und bedrohten Stellen des Flusses zeigte. Vielleicht gelingt es ja durch so kleine Ausstellungen das Umweltbewusstsein der Menschen zu stärken.

Anschließend haben wir das Goldmuseum besucht, in dem teilweise über 2000 Jahre alter Goldschmuck der Ureinwohner Kolumbiens gezeigt wurde. Neben den typischen großen goldenen Ketten und Masken, hat uns besonders ein ganz fein aus Goldfäden gewobenes Floß mit Besatzung beeindruckt. Unvorstellbar, dass die Menschen damals schon so akkurat Gold verarbeiten konnten!

Den Sonnenuntergang am Horizont von Bogota haben wir uns anschließend vom Berg Montserrat aus angesehen. Bogota grenzt im Osten an eine steile Hügelkette, die zu den Ausläufern der Anden gehört. Von der Stadt aus kann man mit der Seilbahn auf den Berg hinauf fahren, von dessen Spitze man eine wundervolle Aussicht auf Bogota bei Nacht hat. Erst hier kann man die enorme Größe der Stadt begreifen.

Im Anschluss daran haben wir den Abend mit Jason, Manuel und Serafino in einer Bar in der Innenstadt von Bogota ausklingen lassen, wo wir gemeinsam typisch deutsche Gruppenspiele wie Kartensitzen gespielt haben. Es war unglaublich lustig so multinational Kinderspiele zu spielen und den Kolumbianern zu zeigen, was wir zum Beispiel in Gruppenstunden machen.

4. Tag: Von Bogotá nach Ibague

Heute haben wir den letzten Vormittag in Bogota verbracht. Morgens haben wir in einer Bäckerei köstliche Karamell(Arequipe)-Croissants und frische Säfte gegessen und getrunken. Danach sind wir noch einmal in die Innenstadt gefahren. Auf dem Weg in die Stadt hat uns Norberto, der Taxifahrer, das Kompliment gemacht, dass wir gar nicht so traurig gucken würden wie sonst alle in Deutschland. Überhaupt glauben die Kolumbianer, dass viele Deutsche ständig schlecht gelaunt sind und es bei uns immer kalt ist.

In der Stadt haben wir uns 3 verschiedene Kirchen angeschaut. Viele Kolumbianer gehen mindestens einmal am Tag in die Kirche, dementsprechend waren in den Kirchen auch viele Menschen. Dabei ist uns aufgefallen, dass die reich verzierten kolumbianischen Kirchen die mit Abstand ältesten Gebäude der Stadt sind.

Im Anschluss daran sind wir mit dem Reisebus ins 4 Stunden entfernte Ibague gefahren. Unterwegs haben wir das ländliche Kolumbien gesehen, wo viele allein vom Lebensmittelverkauf an durchfahrende Autos und LKWs leben.

Während es in Bogota auf 2600 Metern Höhe kalt und regnerisch war, ist es in Ibague auf 1800 Metern unglaublich warm. Ibague hat ungefähr 480.000 Einwohner und ist die Hauptstadt von Tolima, einer von internen Konflikt stark betroffenen Region.

In Ibague angekommen haben wir uns aufgeteilt. Willi und Mirijam übernachten bei der Leiterin des Concern Universal in Ibague, Andrea und Lidia bei der Leiterin von Suenos Especiales und Cari und ich bei den beiden Freiwilligen aus dem Bistum Aachen. Sie heißen Jakob und Hannah und werden ein Jahr lang in jeweils einem Projekt in Kolumbien arbeiten. Seit einem Monat sind sie jetzt hier und haben bisher jeden Tag einen Sprachkurs gemacht. Ab nächster Woche werden sie anfangen zu arbeiten. Im Moment wohnen sie noch zusammen in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Nähe des Zentrums von Ibague.

5. Tag: Suenos especiales

Nach einer nicht sehr erholsamen Nacht auf der Luftmatratze sind wir zu Suenos Especiales gefahren. Das ist ein Projekt, das sich um die Kinder und Jugendlichen aus 2 Vororten von Ibague kümmert. In Tierrafirme arbeitet Suenos seit 7 Jahren und seit 3 Jahren in ihrem eigenen Jugendzentrum, das die Stolberger Pfadfinder errichtet haben. Die Kinder in Tierrafirme haben in Schichten Schulunterricht, weshalb sie in verschieden Gruppen auch vormittags an Gruppenstunden, Musikunterricht, Englischkursen oder einer Kreativwerkstatt teilnehmen können. In Kolumbien können viele behinderte Kinder nicht zur Schule gehen, weswegen Suenos Especiales diese ganz besonders beachtet und alle Gruppen integrativ sind.

Morgens haben wir an einer Gruppenstunde teilgenommen. Nachmittags hatten die Kinder dann eine ganz besondere Überraschung für uns vorbereitet: Sie stellten in landestyspischen Kostümen die 5 Teile Kolumbiens vor und überreichten uns Spezialitäten zum Probieren.

Danach mussten wir in Spielen aus jedem dieser Landesteile unser Können beweisen. Wir fischten mit einem speziellen Netz wie die Kolumbianer in der Karibik, wir fingen einen Stier mit einem Lasso wie die Oriniquia aus der Steppe, schossen mit Pfeil und Bogen wie die Ureinwohner im Amazonasgebiet und spielten ein typisches Spiel aus der Andenregion (Rana). Bei dem Spiel muss man Goldmünzen in eine Kiste mit Löchern werfen. Jedes Loch hatte eine andere Punktzahl, trifft man ins Maul der beiden Metallfrösche bekommt man die meisten Punkte. Die Kinder hatten großen Spaß zu sehen, wie wir gekonnt versagten und alle haben zusammen viel gelacht.

Nach einem gemeinsamen Fußballmatch gab es abends ein Buffett für uns. Die Eltern der Kinder von Suenos Especiales haben für uns typisch kolumbianische Spezialitäten gekocht. Vorher stellten jedoch die verschiedenen Gruppen ihre Arbeit vor. Die Musikgruppe sang ein Deutsches Kinderlied, die Englischgruppe begrüßte jeden von uns persönlich auf Deutsch und Englisch und die Kreativwerkstatt zeigte uns ihre selbst hergestellten Parfums und Gipsdekorationen. Diese verkaufen sie auf dem Markt, um Geld für neue Materialien zu verdienen. Nach dem Essen spielte eine Musikgruppe. Die Kolumbianer brauchten nur wenig Zeit um uns „langweilige“ Deutsche zum Tanzen zu animieren und wir haben alle zusammen getanzt.

6. Tag: Concern Universal

Den 6. Tag haben wir mit der Nachbarorganisation von Suenos Especiales verbracht. Sie heißt Concern Universal und hat mehrere Kindergärten und Jugendhäuser in Ibague und Umgebung. Hier in Tierrafirme führen sie verschiedene Projekte durch, über die wir uns vormittags ausgetauscht haben. Mit einer Frauengruppe legen sie Gemüsegärten an, vergeben in ärmeren Stadtvierteln Mikrokredite, veranstalten Kulturfeste, bieten Gruppenstunden für Jugendliche an und finanzieren einen Kindergarten für 150 Kinder. In Ibague gehen über 85% der Kinder unter 5 Jahren in den Kindergarten.

Nachdem uns die Leiter von Concern erklärt haben was sie machen, haben wir ihnen vorgestellt, was wir in Deutschland machen. Besonders beeindruckt hat sie dabei wie viele Jugendverbände es in Deutschland gibt und wie unterschiedlich sie arbeiten.

Nach dem Austausch durften wir ihre Arbeit hautnah erleben. Wir haben in einem Gemüsegarten Gurken geerntet, auf dem Gelände jeder einen Friedensbaum gepflanzt und sind in 2 arme Stadtviertel gefahren. Besonders in Ibague gibt es viele Vertriebene, die aus ländlichen Gebieten vor dem Bürgerkrieg flüchten mussten. Viele von ihnen suchen am Stadtrand in selbstgebauten Hütten zuflucht und warten darauf, dass der Staat ihnen feste Häuser zuteilt. Viele dieser Menschen können ihre alten Berufe nicht mehr ausüben, da ihnen beispielsweise der Ofen für eine Bäckerei fehlt. Concern bietet diesen Menschen sogenannte Microkredite im Wert von bis zu 2000€ an, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können. Wir haben mehrere Familien besucht, die dank Concern zu Hause Arepas backen, Besen herstellen, Eis verkaufen oder Schuhe nähen. Die Familien waren alle überaus dankbar und stolz uns zeigen zu können wie sie nun selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen und teilweise sogar noch Nachbarn Arbeit bieten.

7. Tag: Gruppenstunde mit Concern Universal

Heute kam endlich unser Übersetzer Freddy in Ibague an. Zusammen mit ihm haben wir nach 3 Tagen endlich Zeit, uns die Innenstadt von Ibague anzuschauen. Im Reiseführer wird sie als ein riesiges Einkaufszentrum beschrieben. Warum das so sein soll, konnten wir leider nicht nachvollziehen. Nach einem Stadtbummel haben wir in einem Imbiss überaus köstliche Mikrowellen-Crepes aus der Tüte gegessen. Der erste kulinarische Reinfall.

Im Anschluss daran haben wir nachmittags bei Concern eine Gruppenstunde geleitet, die Hannah (siehe Tag 4) demnächst regelmäßig weiterführen soll. Es kamen ungefähr 45 Kinder im Alter zwischen 1 und 18, was die Arbeit nicht gerade erleichterte.

Zunächst haben wir mit allen mehrere Kreisspiele gespielt und dann mit einem Postenlauf weiter gemacht. Bei einem Posten durften die Kinder mit Straßenmalkreide ihre Träume auf den Asphalt des Basketballplatzes malen. Posten Nummer 2 bestand aus dem Spiel Zwerg, Riese, Zauberer, bei Posten Nummer 3 haben wir Kartensitzen gespielt und bei Posten Nummer 4 das EInzigartigkeitsspiel. Dabei mussten die Kinder etwas nennen, das sie einzigartig macht. Gibt es sonst niemanden in der Runde, der dieses Hobby hat, Musikinstrument spielt, diese Sprache spricht usw. hat das Kind gewonnen. Das Spiel wird so lange gespielt, bis alle etwas gefunden haben, was sie einzigartig macht. Die ganz kleinen Kinder wurden dabei mit Luftballons beschäftigt und die Mütter spielten einfach mit. Ein Mädchen konnte Zeichensprache, ein Junge ist schon einmal Hubschrauber geflogen und ein kleines kolumbianisches Mädchen war sogar schon einmal in Berlin.

Allen machte die Gruppenstunde sehr viel Spaß, wobei es für uns Leiter äußerst schwierig war uns durchzusetzen. Wir hatten die Posten zwar so verteilt, dass immer jemand, der gut Spanisch spricht. zusammen mit einem leitet, der weniger gut Spanisch spricht, jedoch hat man als Nicht-Muttersprachler besonders bei kleinen Kindern null Autorität. Wir hoffen, die Kinder kommen ab jetzt weiterhin regelmäßig zur Gruppenstunde.

Im Anschluss daran hat Concern zusammen mit uns einen Gottesdienst gefeiert, zu dem extra der Direktor der Sozialpastoral des Erzbistums Ibague angereist ist. Nach dem zweisprachigen Gottesdienst haben wir für die Mitarbeiter von Concern ein gemeinsames Abendessen als Dankeschön ausgerichtet. Nach dem Essen durften wir als Symbol der deutsch-kolumbianischen Freundschaft ein großes Friedensbanner bemalen.

Da das schon der ganze Tag war und ich noch Internet habe, schreib ich noch etwas über die kolumbiansiche Küche. In Kolumbien wird sehr viel Fleisch gegessen. Meistens gibt es dazu frittierte plattgeklopfte Kochbananen (Patacon), Reis oder Salat mit Avocados. Eine andere kolumbianische Spezialität ist die Ajiaco de Bogotá, eine Hühnersuppe, die mit viel Koriander gewürzt und mit Sahne und Kapern serviert wird. Die Nachspeisen sind immer unglaubich klein und süß. Zum Essen gibt es Fruchtsäfte (Jugos) in allen erdenklichen Varianten, wobei es in Kolumbien viele Früchte gibt, die man in Europa gar nicht kaufen kann. Die Säfte werden immer frisch zubereitet mit Milch oder Wasser verdünnt. Zum Frühstück essen Kolumbianer häufig Obstsalat mit vielen verrückten und unbekannten Früchten, Käse und Sahne. Überhaupt verfeinern sie ihr Essen häufig mit dem typischen geschmacksneutralen Käse. So gibt es zum Beispiel auch Kakao mit Käse.

8. Tag: Die Thermen von Santa Rosa

Da die Busfahrt von Ibague nach Medellin an einem Stück sehr lang wäre, haben wir uns überlegt, in den Thermen von Santa Rosa eine Zwischenübernachtung zu machen. Mit einem Taxibus sind wir äußerst waghalsig nach Pereira gebracht worden, wo es kilometerweit einen Schotterweg den Berg hinaufging. Links und rechts wuchsen riesige Bäume und Farne, was so ein bisschen aussah, als wäre hier Jurassic Parc gedreht worden. Am Ende des Weges angelangt, super abgelegen, liegen die Thermen von Santa Rosa. Das sind 70 Grad heiße vulkanische Quellen, in denen man baden kann. Es gibt mehrere Becken, wo das Wasser unterschiedlich stark mit einer kalten Quelle vermischt wird und sie so ganz unterschiedlich warm sind. Die Natur ist einfach traumhaft und gegenüber von den Thermen und dem Hotel fällt ein riesiger Wasserfall aus 150 Metern Höhe herab. Wir lagen den ganzen Nachmittag im warmen Wasser. Es ist ein bisschen unwirklich, in warmen Quellen zu liegen, die weit abgeschieden vom Durchschnittskolumbianer niemals besucht werden wuerden.

Nach dem Abendessen haben wir unsere Zwischenreflektion gemacht, die zweite Hälfte der Reise geplant und uns lange über das Thema Sicherheit unterhalten. Seit Präsident Uribe hat die Präsenz von Polizei und Militär stark zugenommen und die Sicherheitslage sich stark verbessert. Allerdings geschah und geschieht dies ohne Rücksicht auf Verluste, insbesondere unter der ärmeren und ländlichen Bevölkerung, die zwischen alle Fronten gerät. Der Staat hat schwer autoritäre Züge und schränkt die Freiheit zugunsten der „Sicherheit“ ein.

Auch müssen die Kolumbianer damit leben, dass an den Landstraßen entlang schwer bewaffnete Soldaten patroullieren und teilweise sogar vor Supermärkten mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten stehen. Viele Kolumbianer haben mehrere Schlösser an ihren Türen und die meisten Fenster sind vergittert. Trotzdem oder gerade deswegen habe ich mich allerdings bisher kein mal unsicher gefühlt. Es ist jedoch schon ungewohnt, dass zwei schwer bewaffnete Sicherheitsmänner mit Suchscheinwerfern über das Gelände und durch das Hotel patroullieren, während ich diese Zeilen um 02.13 Uhr Ortszeit in der Lobby des weit abgelegenen Hotels schreibe. Viele Kolumbianer, mit denen wir gesprochen haben, bestätigen jedoch selber, dass der militärische Konflikt stark abgenommen hat und mittlerweile große Teile der Städte ohne Probleme auch von Ausländern betreten werden können.

9. Tag: Von den Thermen nach Medellín

Komme grad von einem grandiosen Salsa-Konzert. Bevor ich dazu etwas schreibe, muss ich jedoch zuerst noch von gestern berichten: Der zweite Tag in den Thermen begann mit einem Langschläferfrühstück, das leider sehr darunter litt, dass der Kellner Brot, Butter und Käse einzeln im 5 Minuten-Takt brachte. Während ich so am Tisch saß und mir überlegte, dass reiche Kolumbianer vielleicht extra Geld dafür zahlen, am Frühstückstisch vom Kellner sitzen gelassen zu werden, haben die anderen eine Wanderung durch das Tal zum Wasserfall gemacht. Die Wanderung muss absolut phantastisch gewesen sein, und alle waren begeistert von der unberührten Natur und den sowohl heißen als auch kalten Quellen, die nur wenige Meter voneinander entfernt aus dem Berg sprudeln. Den restlichen Vormittag hab ich lesend im heißen Wasser verbracht und entspannt.

Gegen Mittag sind wir dann mit einem Großraumtaxi nach Medellin gefahren. Medellin liegt auf 1500 Metern in einem Talkessel, umgeben von Hohen Bergen. Deswegen mussten wir mit dem Taxi zunächst hoch auf über 3000 Meter, um uns dann in die Tiefe Richtung Medellin zu schlängeln. Als wir dann abends im Dunkeln in der zweitgrößten Stadt Kolumbiens angekommen sind, war es Liebe auf den ersten Blick. Medellin ist mit 5 Millionen Einwohnern zwar ähnlich groß wie Bogotá und für deutsche Verhältnisse gigantisch, aber die Stadt wirkt viel symphatischer. Dadurch, dass im Stadtzentrum es nur schmale Einbahnstraßen gibt, ist der Verkehr längst nicht so erdrückend wie in Bogota und viele Straßen werden von Palmen oder alten Bäumen gesäumt.

Unser Hotel ist direkt in der Innenstadt, aber auf Grund der fehlenden Fenster trotzdem ruhig (der einzige Vorteil...). Abends habe ich den besten Burrito meines Lebens beim Mexikaner gegessen und dazu einen herrlichen Guanabana Saft getrunken. Guanabana heißt Wikipedia zu folge in Deutschland angeblich Sauersack, wer also so eine Frucht mal im Supermarkt sieht, melde sich bitte auf der Stelle bei mir.

Im Anschluss an das Abendessen sind wir mit Freddy und seinen beiden Freunden, die in Medellin unsere privaten Taxfahrer sind, zu einem Platz gefahren, der im Schatten von riesigen alten Bäumen lag. Um ihn herum gab es viele gemütliche Cocktail-Bars, von denen wir in einer den Abend ausklingen ließen. Danach sind wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren. Ähnlich wie vom Montserrat aus in Bogota hatten wir eine zauberhafte Aussicht auf Medellin, dessen Stadtrand die steilen Berge hochklettert und sich wie Wurzeln in die Täler verzweigt.

10.Tag: Medellín, die "Stadt des ewigen Frühlings"

Unser erster Tag in Medellin begann mit Sonne und stinkenden Abgasen. Nach dem Frühstück hat uns Freddy von seiner Arbeit erzählt. Er arbeitet in einer vom Staat finanzierten Organisation, die einerseits kostenlose Abendschulen und Mikrokredite anbietet, andererseits aber auch soziale Projekte in Schulen durchführt. Freddy bildet dabei Schüler als Multiplikatoren für ein soziales Miteinander in der Schule aus und führt mit ihnen verschiedene Projekte durch, wie zum Beispiel zur Müllverringerung aus alten Plastikflaschen Möbel zu bauen. Danach sind wir in 3 verschiedene Schulen gefahren, die wir teilweise in zwei Gruppen besucht haben. Die erste war eine technische Mädchenschule. Die Schülerinnen waren alle sehr lieb und nett, die Schule aufgeräumt und ordentlich. Wir haben Willi, Lidia und Mirjam dort abgesetzt und sind weiter zur nächsten Schule gefahren. Die lag ein ganzes Stück höher den Berg hinauf in einem ärmeren Viertel. Als wir dort ankamen, wurden wir sofort von den 6- bis 13-jährigen Schülern umringt und jeder wollte uns anfassen, hallo sagen und fragen, wer wir sind. Es war gerade Pause und innerhalb von Minuten war der Schulhof leer und der Gang, wo wir standen, rappelvoll. Nur mit Mühe gelang es den Lehrerinnen nach der Pause, die Schüler in ihre Klassenräume zu schicken. In zwei Klassen haben wir uns dann vorgestellt und ein bisschen über Deutschland erzählt. Am interessantesten fanden die Kinder deutsches Geld und unsere Unterschriften, die jeder auf seinem Bock haben wollte. In der einen Klasse stand heute Bruchrechnen auf dem Lehrplan und es wurden Brüche mit verschiedenen Nennern addiert. Als wir die Schule wieder verlassen wollten, hat uns der Schulleiter abgefangen und gefragt, ob wir ein Foto mit ihm machen könnten. Er begrüßte uns mit „Wie geht es dir?“ und verabschiedete uns mit „Auf Wiedersehen“.

Die dritte Schule lag noch ein Stückchen höher am Hang oberhalb der Kanalisationsgrenze. Sie wurde von älteren Schülern besucht, die an ihr auch das Abitur machen können. Dort stellte uns Freddy den Multiplikatoren für sein Schulprojekt vor, die so ähnlich wie Klassensprecher von ihrer Klasse gewählt wurden. Sie interessierten sich brennend dafür, ob wir schon verheiratet seien und Kinder hätten. Freddy erklärte, in Kolumbien sei das Durchschnittsalter für werdende Eltern 18 Jahre. Anhand eines Atlas und eines Globus zeigten wir den Jugendlichen, wo wir herkommen und wie es in Deutschland aussieht. Besonders, dass Deutschland nicht so gebirgig ist und es keine starken Erdbeben oder aktiven Vulkane gibt, wunderte sie. Nachdem jeder die Größe seiner Hand mit der Größe meiner Hand verglichen hatte (die Kolumbianer sind alle viel kleiner als wir Mitteleuropäer) sind wir wieder gefahren.

An allen Schulen gemeinsam war, dass die Schüler Schuluniformen tragen, auf die Böden der Gänge Richtungspfeile für verschiedene „Fahrspuren“ gemalt waren, damit es an schmalen Stellen kein Gedrängel gibt und dass die zu 99% weiblichen Lehrerinnen größtenteils eine Art Überkleid mit farbenfrohen (Kinder-)Motiven trugen. Wir vermuteten, damit ihre Kleidung beim vielen Basteln und Malen nicht dreckig wird. Vor jeder Schule stand ein Sicherheitsmann und alle Schulen waren von einem hohen Zaun umgeben. Überraschend fand ich, dass in der dritten Schule als einzigem deutschsprachigen Autor Kafkas „Die Verwandlung“ mehrfach auf Spanisch im Regal stand. Als Schullektüre keine leichte Kost.

Nach den Besuchen in den Schulen sind wir zu Convivamos gefahren. Das ist eine Organisation, die gegen Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und Frauen kämpft. Neben Gruppenstunden bieten sie ein Notfalltelefon an und helfen missbrauchten oder davon bedrohten Menschen. Dabei arbeiten sie mit dem Staat eng zusammen und sind Partner des Kindermissionswerks und von Misereor. Anders als in Deutschland gibt es für Kinder, die in ihren Familien missbraucht wurden, keine Pflegefamilien oder Kinderheime, sondern sie werden meist vorübergehend in ein Internat gebracht. Nach einem Austausch über ihre und unsere Arbeit gab es Obstsalat mit Käse und ein Kulturfest nur wenige Straßen weiter. Dabei haben Kinder zusammen mit ihren Großeltern an verschiedenen kreativen Workshops teilgenommen. Das Ergebnis davon waren gemeinsame Theaterstücke, Gedichte und von den Großeltern vorgetragene Volkstänze. Dafür wurde einfach eine Kreuzung gesperrt, die als Bühne diente. Das Publikum saß etwas erhöht die steile Straße hinauf. Auch wenn wir nicht bis zum Schluss geblieben sind, war es für uns doch ungewöhnlich, wie mitten in einem Teil der Stadt das öffentliche Leben ruhte und eine Insel der Kreativität entstand.

Danach waren wir Abendessen bei Freddys Freund Amber, der eine eigene Pizzeria nicht weit von unserem Hotel betreibt. Die Pizza war hauchdünn, knusprig und super lecker. Das war bereits die zweite kulinarische Offenbarung in Medellin!

Nach dem Essen sind wir zum Salsa-Konzert gegangen. Die 8-köpfige Band spielte in einer kleinen Kneipe und brachte das Publikum in kürzester Zeit zum Tanzen. Die Stimmung und die Musik waren absolut großartig, jedoch waren wir leider alle sehr müde und sind in der Pause gegangen. Da ich mit alle auch mich meine, werde ich das Reisetagebuch jetzt für heute beenden und auch ins Bett gehen! Gute Nacht!

11. Tag: Medellín - Red Juvenil und Convivamos

Der Tag hat für uns mit einem Besuch im Red Juvenil begonnen. Das Red ist ein Zusammenschluss mehrerer Jugendgruppen, weshalb es sehr viele unterschiedliche Projekte durchführt. Es gibt beispielsweise eine Theatergruppe, eine Frauengruppe und regelmäßige Märkte, bei denen selbstgemachte Produkte verkauft werden. Darüber hinaus wird in wenigen Tagen ein Café im Haus des Red eröffnet, wo die Aktivisten und ihre Freunde etwas trinken oder auch essen können. Dieses Café wird jedoch niemals öffentlich werden, da in der Innenstadt von Medellín Ladenbesitzer und öffentliche Cafés Schutzgeld an die Paramilitärs zahlen müssen.

Red Juvenil in Medellin

Mitten im Gespräch mussten wir schnell das Gebäude verlassen, da in dem dortigen Stadtviertel ungewöhnlich viel Ungeziefer festgestellt wurde, und deshalb eine Woche lang jeden Tag ein städtischer Kammerjäger durch jedes Haus geht und DDT versprüht. Danach durfte das Haus offiziell 20 Minuten lang nicht mehr betreten werden. Ob sich das Gift bis dahin verflüchtigt hat, bleibt allerdings zu bezweifeln.

Die Metro von Medellín

Im Anschluss an den Besuch beim Red sind wir in ein kolumbianisches Restaurant gegangen und haben Badeja Paisa gegessen. Das ist ein riesiger Fleischteller, mit knusprigem Speck, Rindfleisch, Avokado, scharfen Würstchen, Pommes, Reis, einem Spiegelei und Bohnen. Einfach köstlich, aber schwer im Magen.

Nach dem Essen sind wir mit der Metro von Medellín (die nicht unterirdisch, sondern auf Betonpfeilern über der Stadt fährt) zum Metrocable gefahren. In Medellín gibt es 3 Seilbahnen, die die steilen Berghänge hinaufführen und so die armen Stadtviertel an die Metro anbinden. Einerseits konnte man aus der Seilbahn erst so richtig sehen, wie groß die armen Viertel sind. Andererseits wurden diese immer ärmer, je weiter man den Berg hinauffährt. Oben auf dem Berg baut der Staat im Moment große Mehrfamilienhäuser für Familien, die durch die Müllkippe von Medellin umgesiedelt werden mussten. Nur erreichbar mit der Seilbahn, die abends um 9 abgestellt wird, werden so die Ärmsten der Armen aus der Stadt ausgeschlossen. Freddy erklärte, dass Gute an diesem Projekt jedoch sei, dass die Familien die Wohnungen zwar mieteten, sie aber nach 5 Jahren ihnen gehören würden. Ansonsten gehören alle Häuser der Stadt ein paar wenigen Familien, die sie weitervermieten.

Von der Bergstation der Seilbahn sieht man sehr gut den Unterschied zwischen den Barrios und den Invasions. Die Barrios sind kleine Stadtviertel mit gemauerten Häusern, Straßen, Kanalisation usw. Die Invasions sind von Vertriebenen errichtete illegale Hütten. Solange das Land nicht geräumt wird, können sie dort kostenlos in ihren selbstgebauten Hütten mit Strom leben. Deshalb ziehen es viele arme Familien vor, in den Hütten wohnen zu bleiben, anstatt wenige Meter weiter in richtige Häuser zu ziehen und dort Steuern, Wasser, Strom und Miete zu bezahlen. Einige besonders geschäftstüchtige Kolumbianer bauen sogar zwei Hütten und vermieten die zweite, ohne dass ihnen das Land gehört oder das Haus legal gebaut wäre. Die vorherrschenden Farben in den Invasions sind grün und rosa, da eine große Firma anlässlich der U20 WM in Kolumbien Farbe verschenkt hat, damit die Blechütten „schöner“ aussehen.

Artistikgruppe bei Convivamos

Nach der Seilbahnfahrt sind wir noch einmal zu Convivamos gefahren und haben uns dort mit Mitgliedern der einzelnen Jugendgruppen getroffen. Die Jugendlichen sind alle sehr politisch und haben so zum Beispiel eine anarchistisch-feministische Mädchengruppe gegründet oder eine Artistengruppe. Die berichtete uns, dass sie durch die Artistik einen Ausweg aus der Gewalt in den armen Vierteln zeigen möchten und mit ihren Kunststücken für ein friedliches Miteinander werben wollen.

Abends waren wir bei einer deutschen Theaterpädagogin eingeladen, die zuvor in Afrika verschiedene Theaterprojekte durchgeführt hat und jetzt seit Jahren in Kolumbien lebt. Zusammen mit Convivamos leitet sie eine Frauentheatergruppe, die demnächst wohl auch nach Aachen kommt. Sie berichtete von ihrer Sicht als Deutsche in Kolumbien.

So sagte sie, dass Medellin von außen betrachtet zwar schön wirke, aber bei näherem Hinsehen sich als Hochburg des Paramilitarismus entpuppe. So wird jeder Block der Innenstadt von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht, der gerne finanzielle Spenden (Impfungen) für mehr Sicherheit annimmt. So kann man den Sicherheitsdienst, der eng mit den Paramilitärs verbunden ist, bezahlen, damit er einen vor genau diesen schützt. Mich erinnerte das stark an die Mafia in Italien, die ja auch große Teile der Städte in ihrer Gewalt hat.

12. Tag: Auf in die Karibik!

Unseren letzten Tag in Medellín haben wir mit einem Stadtbummel begonnen. Da wir jedoch als Gruppe immer zusammenbleiben wollten, fehlte es an Zeit und Ruhe, um viel zu kaufen. Trotzdem fand Cari schöne Stiefel und ich eine Uhr für 3,60 €... Unterwegs sind wir an vielen Figuren des Medellíner Künstlers Botero vorbeigekommen. Eine davon ist eine Friedenstaube, die bei einem Anschlag der Guerillagruppe FARC gesprengt wurde. Heute steht sie, zerstört wie sie ist, als Mahnmal und soll an die Opfer dieses Anschlags erinnern. Diese Friedenstaube macht den Konflikt in Kolumbien anschaulich und ist ein trauriges Zeichen dafür, wie rücksichtslos die Guerilleros auch gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen sind. Übrigens hat Botero als Zeichen des Widerstands gegen die Gewalt neben die zerstörte eine neue Friedenstaube gesetzt.

Danach haben wir bei Freddy zu Hause zusammen gekocht und sind im Anschluss nach Cartagena geflogen. Obwohl Medellín die mit Abstand zweitgrößte Stadt Kolumbiens ist, ist der Flughafen sehr klein, und es fiel sofort auf, dass nur die wohlhabenden Kolumbianer es sich überhaupt leisten können zu fliegen.

In Cartagena angekommen, war es zwar schon dunkel, trotzdem schlug uns beim Aussteigen aus dem Flugzeug die stickige Hitze entgegen. Vom Flughafen aus konnten wir zu Fuß zum Hotel gehen, das super ruhig direkt am Strand liegt. Das Haus wird von Nonnen geleitet und ist ein katholisches Gästehaus. Umgeben von einem herrlich grünen Garten haben wir Einzelzimmer mit Balkon und Meerblick. Einziger Wermutstropfen ist, dass zwischen Hotel und Strand im Moment eine Straße gebaut wird und man deshalb nur auf Umwegen zum Meer kommt. Nach dem Auspacken sind wir direkt zum Strand schwimmen gegangen.

13. Tag: Die Piratenstadt

Heute sind wir nach dem Aufstehen direkt ins Zentrum von Cartagena gefahren. Die Altstadt wird von einer Festungsmauer umringt und besteht aus vielen kleinen Häusern, die alle so aussehen, als wäre man am Set eines Piratenfilms. Im Moment sind in Cartagena fast nur reiche Kolumbianer unterwegs, sobald ein Kreuzfahrtschiff anlegt aber auch Amerikaner und Europäer. Über Mittag mussten wir uns in ein Café flüchten, da ein typisch karibischer Regenschauer die Straßen in reißende Flüsse verwandelte.

Genau deshalb sind vermutlich auch die Bordsteine alle doppelt so hoch wie bei uns in Deutschland. Ansonsten ist Cartagena eine typische Touristenstadt, in der man immer mindestens einen fliegenden Händler an seiner Seite hat und ständig auf Cafés und Restaurants aufmerksam gemacht wird. Auf dem zentralen Platz wurde mir dann auch das erste T-Shirt mit einem Gesicht von Pablo Escobar angeboten. In Medellín meinte Freddy noch, dass die Kolumbianer den berüchtigten Drogenboss und Bandenanführer niemals auf T-Shirts drucken würden.

Nachmittags haben wir uns in einem Barrio von Cartagena mit Wilman Preciado, einem Pater des Claretiner Ordens, getroffen. Seine Gemeinde heißt Maria Auxiliadora und ist die größte in Cartagena. Durch die enorme Größe umfasst sie sowohl sehr arme wie auch sehr reiche Bevölkerungsschichten. Wilman erklärt uns, dass es zwar Solidarität zwischen den Schichten gibt, die Gemeinde und ihre Gottesdienste aber trotzdem nach sozialer Herkunft aufgespalten sind. Er wollte uns zeigen, wie nah arm und reich in Cartagena zusammen liegen und dass man sich nicht von den netten bunten Häuschen im Zentrum über die Armut hinwegtäuschen lassen darf. Nicht weit vom Zentrum entfernt liegt das Kloster der Claretiner, die dort mit 4 Patern leben. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sind wir losgegangen: Wir mussten eine mehrspurige Straße überqueren und in eine kleine Straße einbiegen, schon standen wir mitten in einem der Armutsviertel von Cartagena. Dieses Barrio wird zu 100% von Menschen bewohnt, die genauso wie der Pater afro-kolumbianischer Herkunft sind. Es gibt keine geteerte Straßen, keine Läden oder Cafés mehr, sondern nur noch Straße um Straße kleine Häuser aus unverputzten Backsteinen mit Blechdach. In diesen Häusern wohnen häufig ganze Familien, was in Kolumbien schon mal schnell 5-8 Menschen sein können. Bevor wir das Viertel betreten haben, kamen glücklicherweise 2 äußerst hilfsbereite Polizisten vorbei, die spontan eine Ausweiskontrolle durchführten und gegen Geld für unsere Sicherheit in dem Viertel sorgen wollten. Nach einigem Hin und Her und mehreren Anrufen ließen sie uns in Ruhe. Der Pater berichtete später, dass sich die Polizei nie in dem Viertel blicken ließe, es sei denn es gelte zu verhindern, dass Ausländer einen Fuß in das Viertel setzen und die katastrophalen Zustände sehen. Uns war das sehr unangenehm, da die Polizeikontrolle die Aufmerksamkeit des ganzen Viertels auf uns lenkte. Zusammen mit dem Pater sind wir zur Kirche des Barrios gegangen, wo er uns viel über seine Arbeit erzählt hat. Der afro-kolumbianische Teil der Gemeinde erhält kaum Unterstützung vom Staat und der Erzdiözese Cartagena, weshalb die Claretiner besonders in diesem Viertel Jugendarbeit initiieren. Teilweise sind die Konflikte in dem Viertel allerdings so stark, dass die Claretiner aus Angst vor Banden ihre Arbeit unterbrechen müssen. In regelmäßigen Abständen trifft sich eine Musikgruppe und eine Jugendgruppe zur Bibel-Katechese, die anhand von Gleichnissen die Situation im Stadtviertel erklärt bekommt. Einmal im Monat eröffnet darüber hinaus die Ludothek, in der sich die Kinder Spiele ausleihen können, da nur wenige von ihnen eigenes Spielzeug besitzen. Momentan hoffen die Claretiner auf Unterstützung aus Deutschland von der AGEH/Misereor.

Anschließend sind wir zum Schwimmen nach Boca Grande gefahren. Das ist die Hotelbucht von Cartagena.

14. Tag: Ausflug nach Baru

Schon früh morgens sind wir zum Hafen gefahren, um mit einem Schiff auf die Karibikinsel Baru zu fahren. Der heutige Tag ist der einzige, an dem wir mal keinen Termin haben und kein Jugendprojekt besuchen. Nach einiger Wartezeit und vielen Runden Uno sind wir dann mit einem Motorboot zur 30 Minuten entfernten Insel gefahren. Baru ist die größte der Rosenkranzinseln vor der Küste von Cartagena und wird ausschließlich von Afro-Kolumbianern bewohnt, die davon leben, Touristen auf ihre Insel zu bringen und ihnen dort am Strand Ketten, Cocktails und Massagen zu verkaufen. Das Boot war mit 400 PS absolut übermotorisiert und flog nur so über die Wellen.

Der Strand von Baru ist herrlich weiß und das Wasser karibisch türkis. Wir lagen den ganzen Tag am Strand und haben zwischendurch frisch gefangenen gegrillten Fisch gegessen. Direkt am Strand kann man kostenlos zelten oder sich Hängematten mieten, in denen man auch übernachten kann.

Als wir abends wieder zurück auf dem Festland waren, haben wir einen Gottesdienst in der Gemeinde Maria Auxiliadora besucht. Der Priester zog die Messe zügig innerhalb von 25 Minuten durch, und uns fiel auf, dass viele Kolumbianer mit ihren Kindern nach den Samstagabend-Einkäufen direkt zur Messe gegangen sind. Überhaupt waren alle Hautfarben und Altersgruppen in der Kirche vertreten.

Nach dem Gottesdienst sind wir in der Altstadt von Cartagena kreolisch essen gegangen. Es gab viel Fisch und Meeresfrüchte. Im Anschluss daran haben wir uns noch auf die Festungsmauer gesetzt und beobachtet, wie nebenan irgendein kolumbianisches Promipaar unter den wachsamen Augen von Polizeihubschraubern und viel Polizei heiratete.

Für uns hat sich der Besuch von Cartagena besonders gelohnt, da es uns die schockierenden Unterschiede zwischen Arm und Reich in Kolumbien gezeigt hat und nirgendwo sonst so viele Superreiche und Bitterarme sich eine Stadt teilen. Dabei ist uns aufgefallen, dass man problemlos 14 Tage in Cartagena Urlaub machen könnte, ohne die Altstadt und das Hotelviertel zu verlassen und das eigentliche Cartagena drum herum zu sehen.

15. Tag: Zurück im Smog in Bogotá

Früh morgens sind wir von Cartagena wieder zurück nach Bogotá geflogen. Dort angekommen ist es nass, kalt, und die Abgase erschweren das Atmen. Nach einem ausgiebigen Brunch in der Bäckerei sind wir in die Stadt gegangen und haben das Botero Museum besucht. Botero ist einer der bekanntesten lateinamerikanischen Künstler und wurde in Medellín geboren. Alle Bilder, die er malt, zeigen übermäßig dicke Menschen mit starrem Blick und genauso dicke Stillleben und Tiere. Dabei bedient er sich der Motive älterer Künstler und interpretiert sie in seinem Stil neu. So hat er die Mona Lisa als dicke Frau gemalt oder Adam und Eva als dickes Pärchen. Zusätzlich sind seine Bilder sehr bissig und kritisch, so malt er Ordensschwestern, die verstohlen in den Apfel der Sünde beißen oder einen Präsidenten, der sich wie ein Aktmodell in seiner Uniform auf einer Liege räkelt. Zusätzlich zu seinen Bildern stellt das Museum noch einen Teil von Boteros Kunstsammlung aus dem 19. bis 20. Jahrhundert aus. Dazu gehören mehrere Picassos, ein Chagall, aber auch deutsche Künstler wie Max Ernst. Alles in Allem eine beeindruckende Ausstellung, die mich zusätzlich berührt hat, da sie frei zugänglich und kostenlos war. Während vor Supermärkten schwer bewaffnete Polizisten stehen, stand am Eingang des Museums nur ein Mann, der oberflächlich in die Taschen geguckt hat. Viele der Bilder waren nicht hinter einem Glas, sondern es gab nur einen lauten Alarm, der ausgelöst wurde, wenn man näher als 40 cm an das Bild heranging. Für mich zeigte sich in diesem Museum, dass trotz der Gewalt drum herum, die Kunst über der Kriminalität steht und Botero seinem Volk die Kunst nicht nur geschenkt hat, sondern auch möchte, dass sie wirklich für jeden zugänglich ist.

In einem hinteren Teil des Museums konnte man Fotografien von 1920 bis 1940 sehen. Sie zeigten Kolumbien und insbesondere gesellschaftliche Ereignisse wie Prozessionen, Begräbnisse, Präsidenten-, sowie Papstbesuche. Um diese Zeit herum herrschte eine Blütezeit in Kolumbien, bevor das Land durch die Violencia in der Gewalt versank. Auf den Bildern sah man dementsprechend viele zufriedene reiche weiße Männer und beschauliche Städte im Kolonialstil.

Nach dem Museum sind wir auf den höchsten Turm Kolumbiens gefahren. Von oben hatten wir eine phantastische 360°-Aussicht auf die Stadt Bogotá. Aus der Luft sah die Stadt noch einmal ganz anders aus, so entdeckten wir eine Stierkampfarena und einen Friedhof direkt in der Innenstadt.

16. Tag: Abschied nehmen

Heute ist der letzte komplette Tag in Kolumbien. Deshalb ist unser Tagesziel, möglichst viele schöne Andenken zu kaufen. Wir sind den ganzen Tag in kleinen Gruppen durch Bogotá gelaufen und von Markt zu Markt geschlendert. Zwischendurch sind wir noch einmal kurz ins Botero Museum, um Picasso auf Wiedersehen zu sagen. Abends haben wir uns ein letztes Mal mit den Leitern des Movimiento por la Vida getroffen und zusammen mit ihnen zu Abend gegessen. Anschließend sind wir in eine Salsa-Bar gegangen, wo wir einen ausgesprochen lustigen letzten Abend hatten.

Die Rückfahrt im Taxi war weniger amüsant. Der Taxifahrer hat uns die Vorteile eines Taxometers gezeigt und ist mehrmals um den Block gefahren um dann letztendlich vor dem Hotel zu halten. Freddy erzählte, dass das häufiger vorkommen würde, um Touristen abzuzocken.

17. Tag: Reflektion und Koffer packen

Unser wirklich letzter Tag begann mit einem Besuch bei der Bischofskonferenz in Bogotá. Wer sich diese so ähnlich wie den Rat der Jedi vorstellt, wo den ganzen Tag Männer im Kreis sitzen und wichtige Themen besprechen, hat so ein ähnliches Bild von der Konferenz wie ich vor dem Besuch. In Wirklichkeit ist mit Bischofskonferenz das ganze Gebäude gemeint, und wir haben den dortigen Zuständigen für die Sozialpastoral Father Elkin getroffen. Er stellte uns die Arbeit der Bischofskonferenz vor, die von der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Nothilfe bei Überschwemmungen verschiedene Abteilungen besitzt. Überraschend war, dass in den Büros viele junge Frauen arbeiteten. Zeitgleich mit unserem Besuch fand eine große Konferenz mit Vertretern von Vertriebenen statt. Nach dem Rundgang durch das Gebäude haben wir Father Elkin Fragen zu seiner Arbeit gestellt. Mich interessierte besonders, wie die Zusammenarbeit von Staat und Kirche aussieht. Er erzählte, dass die Zusammenarbeit früher intensiver war, mittlerweile der Staat jedoch zu korrupt geworden sei. Das wunderte mich, da es ja insgesamt heißt, dass die politische Lage sich verbessert habe und viele Korruptionsfälle aufgedeckt wurden.

Im Anschluss an den Besuch bei der Bischofskonferenz sind wir zusammen mit einer AGEH-Fachkraft essen gegangen. Die AGEH-Fachkräfte werden von Misereor in Länder mit von Misereor unterstützten Projekten geschickt, damit sie den dortigen Organisationen für mindestens 3 Jahre helfen.

Wir haben ausgiebig die politische und gesellschaftliche Situation in Kolumbien besprochen und von unseren Eindrücken berichtet. So sind mir in dem Gespräch noch einmal die gegnerischen Parteien des bewaffneten Konflikts in Kolumbien klar geworden. Eine davon sind die Guerilla-Organisationen, insbesondere die FARC, die tief in den Drogenhandel verstrickt sind. Viele Experten bezweifeln mittlerweile, ob es der FARC wirklich noch um politische Themen geht, oder ob sie einfach nur ungestört ihren kriminellen Machenschaften nachgehen möchte. Seit Präsident Uribe hat sich die Anzahl der Guerilleros stark verringert. Auf der anderen Seite des Konflikts stehen die Paramilitärs, die früher gegründet wurden, um reiche Landbesitzer vor Kriminellen und der Guerilla zu schützen. Mittlerweile haben sich diese Art Bürgerwehren selbstständig gemacht und verfolgen ihre eigenen Ziele. Vor einigen Jahren wurden die Paramilitärs offiziell entwaffnet, wobei sogar mehr von ihnen ihre Waffen niedergelegt haben, als es offiziell überhaupt welche gab. Mit ihren 13 Anführern wurde ausgehandelt, dass sie für 8 Jahre ins Gefängnis gehen. Da die Anführer allerdings selbst im Gefängnis weiterhin dem Drogenhandel nachgingen und damit anfingen, gegen hohe Politiker auszusagen, wurden sie in einer Nacht- und Nebelaktion nach Amerika ausgeliefert und sitzen dort jetzt wegen ihrer Verstrickungen in den Drogenhandel ein. Seitdem haben sich allerdings auch schon wieder Nachfolgeorganisationen der Paramilitärs mit neuen Anführern gebildet. Das sind die, die in Medellín zum Beispiel Schutzgeld erpressen oder wie die Guerilla den Drogenhandel beherrschen. Gäbe es nicht so eine große Nachfrage und keine so hohe Preisspanne für illegales Kokain, wäre beiden Seiten wohl der Geldhahn zugedreht. Bisher bekämpft der Staat den Anbau von Kokain, indem er die Felder mit Chemikalien aus der Luft besprüht oder „Freiwillige“ auf die Felder schickt, die dort die Pflanzen von Hand ausreißen. Das muss wohl einer der bestbezahlten Jobs Kolumbiens sein, allerdings werden die meisten von ihnen während ihrer Arbeit von den Drogenkartellen erschossen.

Ein weiteres Thema unseres Gesprächs war das Militär und seine zweifelhafte Rekrutenanwerbung. In Kolumbien gibt es eine Wehrpflicht, die man auf verschiedenste Art und Weise umgehen kann. Wer gedient hat, bekommt eine Libretto, das heißt eine Karte, auf der steht, dass er beim Militär war. Diese Karte kann man sich jedoch auch kaufen, ohne gedient zu haben oder bei einer Lotterie mitmachen. Da hat man dann die geringe Chance, ebenfalls eine Libretto zu ziehen. Um an die jungen Männer, die noch nicht gedient haben, heranzukommen, gehen häufig Anwerber durch die Nahverkehrs- und Reisebusse und nehmen ohne Ankündigung jeden mit, der keine Libretto vorzeigen kann. Obwohl das mittlerweile verboten ist, ist es immer noch gängige Praxis, dass junge Männer so von einem Tag auf den anderen verschwinden und eingezogen werden.

Drittes Thema waren die anstehenden Wahlen. Im Vorhinein haben die großen Parteien ein Abkommen geschlossen, dass vorbestrafte oder eng mit den Paramilitärs zusammenarbeitende Kandidaten nicht zu den Wahlen zugelassen werden. Deshalb wurden dieses Jahr schon viele Kandidaten von den Listen gestrichen, jedoch gibt es immer noch genug schwarze Schafe, und auch dieses Jahr wieder ermordete Gouverneurskandidaten (bei uns eine Art Ministerpräsident). Dass viele Stimmen gekauft werden, und es häufig kurz vor dem Wahltag in den armen Stadtvierteln Freibier gibt, ist allerdings trotzdem noch traurige Realität. Was die Regierung von Santos betrifft, der seit einem Jahr der Nachfolger von Präsident Uribe ist, hat sich allerdings wohl viel verändert. Der Kampf gegen die Guerilla und der Einsatz des Militärs stehen wohl nicht mehr ausschließlich im Mittelpunkt der Politik. Nach dem Hardliner Uribe stimmt sein früherer Verteidigungsminister und neuer Nachfolger Santos versöhnlichere Töne an und stellt die Opfer des Konflikts und die vielen Vertriebenen zum ersten Mal in den Mittelpunkt seiner Rhetorik. Ob er dies nur tut, um beispielsweise von der radikalen Ausbeutung von Rohstoffen durch internationale Investoren abzulenken, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass Santos mit seinem Ley de Victimas (Gesetz der Vertriebenen) viele Hoffnungen geweckt hat und abzuwarten bleibt, ob er sie alle auch erfüllt.

Im Anschluss an das Gespräch haben wir uns von Freddy verabschiedet. Er fliegt früher als wir wieder nach Hause nach Medellín. Es war super, mit einem Kolumbianer zusammen durch Kolumbien zu reisen und von ihm auch noch einmal Erlebnisse und Eindrücke erklärt zu bekommen. Darüber hinaus war es mit Freddy immer lustig!

Abends ging dann unser Flugzeug zurück nach Frankfurt. Schon beim Einchecken gab es erste Probleme: Wir durften zwei mal 23 Kilo Gepäck aufgeben, ich hatte jedoch nur einmal 26 Kilo. So musste ich meinen Koffer noch einmal aufmachen und umpacken. Nachdem das Gepäck aufgegeben war, sind wir durch die Sicherheitskontrollen gegangen. Am Warteraum angekommen, standen dort noch einmal Sicherheitsleute, diesmal in Militäruniformen und tasteten uns erneut ab, damit wir überhaupt den Warteraum betreten durften... und das, nachdem unser Handgepäck schon einmal durchleuchtet worden und wir durch den Magnetscanner gelaufen waren. Das war erneut ein Beispiel wie viel in Kolumbien unkontrolliert überwacht wird und wie wenig Vertrauen es in diese Kontrollen gibt. Der Flug verlief aber ansonsten gut. In Frankfurt angekommen, hatte mein Koffer ein Loch, was die Lufthansa aber sofort mit Geld entschädigte. Abgesehen davon sind wir und unsere Sachen alle wohlbehalten in Deutschland angekommen.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal betonen, dass das Reisetagebuch natürlich nur meine subjektive Sicht der Reise wiedergeben kann. Ich habe aber zwischendurch immer wieder mit den anderen darüber gesprochen und teilweise ihre Eindrücke mit übernommen.

Ansonsten hat es mir viel Spaß gemacht Tagebuch zu schreiben. Es hat mir geholfen, die Eindrücke zu verarbeiten und zu sortieren. Ich hoffe es hat sich gelohnt, das Tagebuch zu schreiben bzw. zu lesen.

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Partnerschaft macht Spaß!

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4. Tag: Die reich verzierten kolumbianischen Kirchen sind häufig die ältesten Gebäude der Stadt.

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5. Tag: Besuch bei Suenos Expeciales.

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8. Tag: Traumhaft schöne Natur bei den Thermen von Santa Rosa.

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10. Tag: Schulbesuch: Erklären, wo Deutschland liegt

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11.Tag: Die Gondel ist die einzige Verbindung aus den Armenvierteln in die Stadt

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12. Tag: Zerstörte Friedenstaube von Botero.

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13. Tag: Karibischer Regen in der Piratenstadt Cartagena.

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14. Tag: Karibikidylle Baru

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15. Tag: die wohlbeleibte Mona Lisa von Botero

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16. Tag: Salsa mit dem Movimiento por la Vida

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17. Tag: Reflektionsgespräch mit einer AGEH-Fachkraft

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