Unsere Partnerschaft mit Kolumbien

Dafür stehen wir: „Partnerschaft braucht Gesichter.“

Das hat José Luis Serna Alzate, Altbischof von Líbano, einmal gesagt. Für uns beschreibt dieser Satz sehr gut, was Partnerschaft bedeutet: Sie lebt von Menschen, persönlichen Begegnungen und Beziehungen.

Freundschaft und Frieden können wachsen, wenn wir uns kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen und bereit sind, voneinander zu lernen. Dazu gehört auch, die eigene Perspektive zu hinterfragen und unterschiedliche Lebensrealitäten ernst zu nehmen.

Seit vielen Jahren verbindet den BDKJ Aachen deshalb eine Partnerschaft mit Menschen und Organisationen in Kolumbien. Der Freiwilligendienst ist ein Teil dieser Partnerschaft – und ermöglicht jungen Menschen, für ein Jahr persönlich Teil dieser Beziehungen zu werden.

Auch zwei unserer Mitgliedsverbände engagieren sich in der Partnerschaft mit Kolumbien und bieten Freiwilligendienste an:

Partnerschaft mit langer Geschichte

Die Partnerschaft zwischen dem Bistum Aachen und der Kirche in Kolumbien besteht seit den 1960er Jahren.

Was damals mit ersten Kontakten begann, ist heute ein vielfältiges Netzwerk aus Pfarreien, Verbänden, Organisationen und engagierten Menschen in Aachen und Kolumbien.

Im Mittelpunkt stehen:

Begegnung. Solidarität. Gemeinsames Lernen.

Partnerschaft bedeutet für uns dabei nicht, dass eine Seite der anderen hilft. Es geht um gegenseitigen Austausch, gemeinsame Verantwortung und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Im Bistum Aachen arbeiten viele Menschen und Organisationen in diesem Netzwerk mit. Mehr über die Partnerschaft des Bistums Aachen und die verschiedenen Akteur*innen erfährst du auf www.kolumbienpartnerschaft.de.

Dein Platz in unserer Partnerschaft

Für den Freiwilligendienst arbeiten wir derzeit mit Partnerorganisationen in Ibagué und Líbano zusammen. Sie engagieren sich unter anderem in der Bildungsarbeit, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, für Menschenrechte, Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Beide Organisationen sind seit vielen Jahren Teil unserer Partnerschaft in Kolumbien. Mit deinem Freiwilligendienst wirst du Teil dieser gewachsenen Beziehungen. Du lernst die Arbeit unserer Partnerorganisation kennen, bringst deine eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten ein und entwickelst gemeinsam mit den Menschen vor Ort deinen Platz in der Organisation.

Was genau deine Aufgaben sind, hängt von der jeweiligen Arbeit der Organisation und deinen Interessen und Fähigkeiten ab. Dabei geht es immer auch darum, gemeinsam zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Wofür wir uns einsetzen

Partnerschaft bedeutet für uns auch, gemeinsam auf gesellschaftliche Entwicklungen zu schauen und für eine gerechtere Welt einzutreten.

Zu den Themen, die uns in der Partnerschaft beschäftigen, gehören unter anderem:

Frieden und Menschenrechte

Der Friedensprozess in Kolumbien, der Schutz der Menschenrechte und die Frage, wie Frieden langfristig entstehen und erhalten werden kann, sind wichtige Themen unserer Partnerschaft.

Dabei schauen wir auch auf die Perspektiven von Menschen, die von Gewalt, Vertreibung und sozialer Ungleichheit betroffen sind.

Soziale Gerechtigkeit

Kolumbien ist von großen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten geprägt. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei der Verteilung von Land.

Seit Jahrzehnten werden Menschen von ihrem Land vertrieben. Besonders betroffen sind unter anderem indigene Gemeinschaften und die afro-kolumbianische Bevölkerung.

Deshalb setzen wir uns im Rahmen unserer Partnerschaft mit den Ursachen von Armut, Ungleichheit und Ausgrenzung auseinander und fragen danach, was wir in Deutschland damit zu tun haben.

Rohstoffe, Klimagerechtigkeit und Kohle

Auch die Folgen unseres Konsums verbinden Deutschland und Kolumbien.

Kolumbien ist ein wichtiger Lieferant von Steinkohle für den internationalen Markt. Der Kohleabbau hat in den betroffenen Regionen erhebliche soziale und ökologische Folgen. Menschen verlieren Land und Lebensgrundlagen, Umwelt und Wasser werden belastet und lokale Gemeinschaften sind mit Konflikten und Menschenrechtsverletzungen konfrontiert.

Für uns gehört deshalb zur Partnerschaft auch die Frage:

Welche Auswirkungen hat unser Handeln in Deutschland auf Menschen und Umwelt in Kolumbien?

Wir beschäftigen uns unter anderem mit Klimagerechtigkeit und einem gerechten Ausstieg aus fossilen Energien.

Aktuelle Informationen zu Menschenrechten in Kolumbien findest du beispielsweise bei kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V..

Begegnung verändert Perspektiven

Eine Partnerschaft wird lebendig, wenn Menschen sich begegnen.

Deshalb gehören persönliche Begegnungen, gegenseitige Besuche, Bildungsarbeit und der Austausch über gesellschaftliche Themen zu unserer Partnerschaft.

Dabei geht es nicht darum, Kolumbien aus einer deutschen Perspektive zu betrachten oder vermeintlich einfache Antworten zu geben.

Wir wollen zuhören, fragen, voneinander lernen und die eigenen Vorstellungen hinterfragen.

Genau darin liegt für uns eine besondere Stärke internationaler Partnerschaftsarbeit: Sie macht globale Zusammenhänge persönlich erfahrbar.

Kolumbien hat viel zu bieten

Kolumbien ist ein vielfältiges Land mit unterschiedlichen Regionen, Kulturen, Sprachen und Lebensrealitäten. Es gibt viel zu entdecken – von den Anden bis zur Karibikküste, von großen Städten bis zu ländlichen Regionen, von einer vielfältigen Kultur- und Musikszene bis hin zu beeindruckender Natur.

Wer Kolumbien kennenlernt, lernt deshalb nicht nur ein anderes Land kennen. Oft verändert sich auch der Blick auf das eigene Leben und die eigene Gesellschaft.