Prävention sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung

Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem Verbandsleben zu schützen. Jugendverbandsarbeit soll ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche sein. Dort sollen sie sich entfalten und entwickeln können. Grenzverletzungen, Übergriffe und Missbrauch haben da keinen Platz.

[…] Obwohl wir alles tun, was in unserer Macht steht, um Missbrauch in unseren Reihen zu verhindern, können wir nicht ausschließen, dass es auch im Kontext katholischer Jugendarbeit sexuellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt gegeben hat und gibt. Wir werden auch weiterhin deutlich machen, dass katholische Jugendarbeit für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene da ist und wir ein Ort sein wollen, an dem Grenzen respektiert und Befähigungen gefördert werden. […] Wir arbeiten auch weiterhin an Strukturen, die es Tätern und Täterinnen schwer machen, bei uns einen Ort für ihre Schandtaten zu finden.“ – März 2010,
Quelle: Erschüttert und entschlossen – Informationen und Materialien zu sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt.

Prävention bedeutet Vorbeugung sexualisierter Gewalt. Als Dachverband bieten wir Präventionsschulungen an. Selbstverständlich unterstützen wir bei der Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten. Außerdem bieten wir Materialen zur Information an und beraten in Einzelfragen. Präventionsarbeit findet bei uns auf allen Ebenen statt! Denn Präventionsarbeit braucht es nicht nur in den Büros auf Diözesanebene, sondern vor allem bei den Ortsgruppen der Kinder- und Jugendverbände.

Präventionsschulungen

Schulungen zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ vermitteln Grundkenntnisse zur Kindeswohlgefährdung. Sie sensibilisieren im Umgang mit Nähe und Distanz. Sie helfen, Grenzverletzungen zu erkennen und mit ihnen richtig umzugehen. Außerdem schärfen sie den Blick, um mögliche Täter*innen leichter zu erkennen. Wir lehren, was im Ernstfall zu tun ist.

Die Präventionsordnung des Bistums fordert für alle Mitarbeitenden und ehrenamtlich Tätigen, die in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, dass sie an Präventionsschulungen teilnehmen. Alle fünf Jahre nach dem Besuch der Erstschulung sollen sie zudem Vertiefungsschulungen wahrnehmen. Dort soll das Wissen aufgefrischt und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Präventionsschulungen bieten alle Kinder- und Jugendverbände an. Häufig sind sie integriert in die Ausbildungskonzepte für Gruppenleitungen. Ergänzend bieten wir als Dachverband noch weitere Schulungen an. Weitere Infos findet ihr unter Anmeldung Präventionsschulungen.

Beratung

Gerne beraten wir bei Fragen zum Thema Prävention und Kindeswohlgefährdung. Unsere Kinder- und Jugendverbände und wir selbst beschäftigen Präventionsfachkräfte. Sie wurden spezifisch nach der Präventionsordnung vom Bistum Aachen für diesen Themenbereich geschult.

Institutionelles Schutzkonzept

Die Präventionsordnung des Bistums Aachen sieht vor, dass alle kirchlichen Rechtsträger, also auch die Verbände, Institutionelle Schutzkonzepte erstellen. Ziel der Institutionellen Schutzkonzepte ist es, Transparenz innerhalb der eigenen Einrichtung zu schaffen. Bei der Erstellung sollen sich die Einrichtungen selbst unter die Lupe nehmen. Sie sollen Strukturen schaffen, die es möglichst schwer machen, dass etwas passiert. Dies gilt selbstverständlich auch für die Kinder- und Jugendverbände.

Sowohl wir als auch die Kinder- und Jugendverbände haben in den vergangenen Jahren intensiv an ihren Institutionellen Schutzkonzepten gearbeitet und diese auch 2018/19 vorgelegt. Unseres findet ihr hier. Gerne unterstützen wir euch bei Fragen zur Erarbeitung und Umsetzung von Institutionellen Schutzkonzepten.